56 - Angst und Unsicherheit
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00:00:00: Hallo, schön, dass du da bist im Podcast der Rückenwindgeber, der Podcast, der dich in
00:00:07: deinem Entwicklungsprozess unterstützt.
00:00:09: Mein Name ist Heuler Langer.
00:00:10: Meine Vision ist es, dass möglichst viele Menschen im Einklang mit ihrem Warum leben.
00:00:16: Vom Pat Hagen hatte ich wieder ein Mentoring und es war ein Mentoring mit einer Klientin,
00:00:26: die schon seit über ein Jahr begleite.
00:00:28: Wir haben jetzt so nach einem Jahr mal Resemil gezogen über ihre Entwicklung und die Ausgangssituationen
00:00:37: und Ausgangssituationen waren bei ihr ganz, ganz viele berufliche Ängste, die dann wiederum
00:00:42: auch Auswirkungen auf ihr Privates hatten.
00:00:45: Außerdem beschäftige ich mich momentan sehr, sehr stark mit dem Thema Botenstoffe, Neurotransmitter,
00:00:52: was machen die im Gehirn, was machen die in den Zellen und auch das hat eine ganze Menge
00:00:57: mit Angst zu tun mit der gefühlten Angst.
00:01:01: Und da dachte ich mir, es ist ein gutes Thema für den Podcast, um sich mal anzugucken,
00:01:06: wie das so mit unseren Ängsten und den geglaubten Ängsten und den gefühlten Ängsten tatsächlich
00:01:12: aussieht.
00:01:13: Wenn du bis zum Ende dabei bist, habe ich für dich auch am Ende noch ein Gudi.
00:01:18: Was treibt dich zur Arbeit an oder besser gefragt, warum stehst du jeden Morgen auf?
00:01:28: Wofür steht das Unternehmen, in dem du arbeitest und was hat das mit deinen Werten zu tun?
00:01:36: Welche Voraussetzungen brauchst du, um dich und andere zu führen und wie schaffst du es,
00:01:45: dass deine Mitarbeiter für das, was sie tun, brennen?
00:01:50: Im Podcast der Rückenwindgeber gehen wir diesen und vielen anderen Fragen auf den Grund.
00:01:57: Viel Spaß beim Zuhören.
00:01:58: Wie sicher wir uns fühlen, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab.
00:02:05: Gefühltesicherheit ist eine andere Sicherheit, als die tatsächlich objektive Sicherheit.
00:02:12: Und die beiden sind ganz selten, deckungsgleich.
00:02:16: Und es ist eigentlich wirklich paradox.
00:02:19: Unser Empfinden für Risiken und Gefahren nimmt kontinuierlich zu.
00:02:24: Und auf der anderen Seite leben wir de facto in einer der sichersten Zeiten bisher überhaupt.
00:02:31: Aber Sicherheit führt dazu, dass Unsicherheit umso stärker wahrgenommen wird.
00:02:40: Je sicherer wir leben, umso weniger tolerieren wir auch Unsicherheit.
00:02:45: Und dazu gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen.
00:02:51: Die R&V-Versicherung macht seit 1992 eine Langzeitstudie zum Thema Angst.
00:02:58: Und gibt jedes Jahr den sogenannten Angstindex heraus.
00:03:02: Und der ist kontinuierlich gestiegen in den letzten Jahren.
00:03:06: Corona, Ukraine Krieg, Inflation, also wir haben irgendwo eine fortwährende Krisenstimmung.
00:03:15: Und das führt bei uns Deutschen zu einer immer stärkeren Verunsicherung und zu Angst.
00:03:22: Im Jahre 2023, dass der letzte Index herausgegeben wurde, waren die grundlegenden Themen,
00:03:31: die zu diesem Angstindex beigetragen haben bei den Deutschen.
00:03:35: Das Thema der Insolvenzen, der Reformstau im Sozialsystem und die mehr als 4 Millionen Arbeitslosen.
00:03:44: Der Index ist im zweiten Jahr in Folge gestiegen und hat aktuell das höchste Niveau seit fünf Jahren.
00:03:54: Die Topangst in 22, auch als auch in 23 waren die steigenden Lebenshaltungskosten.
00:04:04: Beziehungsweise die Lebenshaltungskosten und das Leben nicht mehr finanzieren zu können.
00:04:11: Und wenn Angst zu nimmt, nimmt da Polarisierung zu.
00:04:18: Du erinnerst dich vielleicht vor wenigen Wochen, als ich mit der Podcast
00:04:22: sehr wieder gestartet bin nach der längeren Pause, habe ich dieses Thema Polarisierung aufgegriffen.
00:04:30: Weil mit Ängsten brechen einfach oder pricht einfach zunehmend die Gesellschaft auseinander.
00:04:39: Außenabgrenzung nimmt zu.
00:04:42: Ideologie wird irgendwo bei vielen zur Identität.
00:04:48: Und das führt wiederum zu einer Steigerung der Unsicherheit.
00:04:55: Und dann kommt soweit, ich habe das von der Kollegin jetzt gehört.
00:05:01: Die sagte, da gibt es Menschen, mit denen möchte ich nicht mehr wirklich zusammenarbeiten.
00:05:10: Weil die haben Ansichten, damit kann ich ganz, ganz schlecht umgehen.
00:05:16: Und das erzeugt bei mir eine ganz große Unsicherheit.
00:05:20: Und auch da merkt man, dass der Wunsch nach Abgrenzung immer stärker wird.
00:05:27: Und natürlich auch der Wunsch, dass da ganz einfache Lösungen beitragen können,
00:05:36: die Unsicherheit abzubauen.
00:05:39: Und die Sehnsucht nach Sicherheit haben wir alle, die amerikanische Psychologin und Neurowissenschaftlerin.
00:05:48: Elian Fox schrieb mal, wir sehen uns nach Sicherheit,
00:05:54: denn Unsicherheit ist der höchste Energieaufwand, den unser Gehirn haben kann.
00:06:01: Ich weiß nicht, ob das so ist, aber ich glaube, der Satz sagt eine ganze Menge.
00:06:05: Und der Energieaufwand fürs Gehirn ist auf alle Fälle hoch.
00:06:09: Lass uns an dieser Stelle mal in den Arbeitsalltag schauen.
00:06:13: In den oben Gang mit der sogenannten Ambiguitätstoleranz, also sprich mit der Unsicherheitstoleranz.
00:06:23: Dreiviertel aller Beschäftigten in Deutschland kommen mit dem Thema Unsicherheiten am Arbeitsplatz ganz gut zurecht,
00:06:31: obwohl die Komplexität immer mehr zunimmt.
00:06:37: Aber wir machen positive Erfahrungen.
00:06:41: Wir lernen in unserer Arbeitsumwelt, wir entwickeln Strategien und Kompetenzen,
00:06:48: mit dieser Unsicherheit umzugehen und Themen zu lösen.
00:06:54: Und das Ganze zu meistern, lernen daraus und nutzen das dann das Gelernte an der einen oder anderen Stelle in unserem Arbeitsprozess.
00:07:04: Lass uns das an der Stelle doch gerne mal auf unseren Alltag übertragen,
00:07:11: sich aber zu so kleinen Unsicherheiten auszusetzen und Erfahrungen damit zu machen und daraus zu lernen.
00:07:20: Das wäre gar nicht so verkehrt, dass er höht am Ende unsere Unsicherheitstoleranz.
00:07:26: So aber und so auch mal einen negativen Gedanken und Gefühl aushalten.
00:07:31: Wirklich mal nicht wegschieben, sondern sich mal damit beschäftigen,
00:07:37: dass "Was macht die Unsicherheit gerade mit mir?" und festzustellen, die bringt mich gerade nicht um.
00:07:47: Das führt dazu, dass ich mir der Unsicherheit auch einfach besser zurecht komme
00:07:54: und sie langsam so Stück für Stück als etwas Bekanntes integriert ist,
00:08:06: dann haben wir nicht mehr so große Probleme damit.
00:08:09: Und aus dieser Unsicherheit können natürlich auch kreative Dinge entstehen.
00:08:13: Du kennst das vielleicht aus Arbeitsprozessen, wenn du es tatsächlich mal zulässt
00:08:18: und jemand ins Brainstorming geht und du erst mal zulässt, dass der andere es eigentlich quatscht,
00:08:26: aber ich sage es jetzt trotzdem mal und daraus kann etwas entstehen.
00:08:31: Aber dafür ist es wichtig, dass wenn du Arbeitgeber bist,
00:08:35: deinen Arbeitnehmern auch einfach die Sicherheit gibst, dass sie das tun können.
00:08:41: Also sprich auch an der Stelle an der Unternehmenskultur arbeitest.
00:08:48: Denn nur so zeigt sich, was in einem Mitarbeitenden wirklich steckt, wenn er frei von Angst ist,
00:08:54: wenn er seine Ansichten und vor allen Dingen auch sich selbst zeigen kann,
00:09:00: ohne negative Folgen für sein Selbstbild, für sein Status oder für seine Karriere zu befürchten.
00:09:08: Das heißt, dass das Unternehmen, das du als Teamleiter oder auch als Teammitglied
00:09:18: endlich mal wieder rausgehst, außer im Bewertungsmodus.
00:09:21: und hier einfach gemeinsam in der Entwicklungsmodus hineingeht. Weil das kann ganz, ganz viel
00:09:31: Positives in einem Unternehmen bewirken, voranbringen oder auch in deinem Team im Sportverein, wo
00:09:38: auch immer. Und lass uns an der Stelle nochmal anschauen, was passiert in deinem Kopf, in
00:09:47: deinen Zellen, wenn du Angst hast. Dann kommt es zur Ausschüttung von Adrenalin und nur Adrenalin.
00:09:56: Was macht das Ganze? Das beschleunigt deine Herzaktivität. Die Durchblutung der Muskeln
00:10:07: nimmt zu. Was könnt ihr sein, dass du weglaufen musst? Und die Denkvorgänge werden unterdrückt
00:10:15: bzw. ganz blockiert. Du hast bestimmt schon mal von dem Thema Prüfungsangst gehört. Wenn Leute
00:10:23: die Prüfungsangst haben, in ein sogenanntes Wissensloch fallen. Da passiert genau das. Die
00:10:29: Denkvorgänge werden unterdrückt und blockiert. Und wenn du weißt, wie du mit diesen Ängsten
00:10:36: umgehen kannst, wie du Ängste abbauen kannst, kannst du auch dem Thema Prüfungsangst an der
00:10:42: einen oder anderen Stelle begegnen. Wenn ein Angstabbau erfolgt, das heißt dein Erregungspegel
00:10:53: sinkt, wirst du innerlich wieder ruhiger. Die Adrenalinausschüttung geht zurück und du
00:11:03: bekommst langsam wieder ein bisschen, wie es so schön heißt, Blut und Sauerstoff ins
00:11:09: Gehirn und kannst auf Ängste ganz anders reagieren und Lösungen finden. Aber wenn dein Erregungspegel
00:11:19: hoch bleibt, reichen schon kleine bis mittlere Impulse aus, um wieder in diese Reaktion weiter
00:11:27: hinein zu kleiden. Und dann kommst du in die Reaktionskette. Das heißt, das schaukelt
00:11:32: sich so langsam kontinuierlich nach oben. Und dass das nicht gesund ist, brauche ich
00:11:38: dir nicht zu sagen. Deshalb ist der bewusste Umgang auch mit der Angst wichtig, weil wir
00:11:46: haben alle, wie bereits gesagt, dieses Bedürfnis nach Sicherheit. Und nicht nur das Bedürfnis
00:11:53: nach Sicherheit, es kommen ja auch noch andere Themen rein, die Angst erzeugen. Ich erliebe
00:12:00: auch immer wieder, dass wenn ich mich mit Klienten unterhalte, die Sache, ich möchte eigentlich
00:12:05: nicht ständig erreichbar sein, aber auf der anderen Seite ist dieser Druck, ich müsste
00:12:10: ja eigentlich immer erreichbar sein. Also das Bedürfnis in der Wunsch nach Distanz, aber
00:12:16: auch das Bedürfnis nach Einzigartigkeit. Du kennst das vielleicht auch. Das switcht
00:12:24: man immer wieder bei Facebook, bei Insta oder wo auch immer durch und kommt in diesen
00:12:30: Social Media Vergleich. Der andere kann das schon. Der ist soweit, was auch immer so
00:12:34: hübsch. Unterschiedlichste Sachen. Und dann komme ich in die Selbstabwertung hinein. Und
00:12:41: auch das erzeugt dann wieder negative Emotionen. Ja, dann bin ich wieder in der gleichen Reaktion
00:12:53: wie bei den Ängsten drin. Und es ist wichtig dann aus diesen negativen Emotionen, aus diesen
00:13:00: negativen Gefühlen wieder rauszukommen, um auch einfach wirklich problemlösend denken
00:13:06: zu können. Was kannst du tun, um aus diesen Themen rauszukommen? Mach für dich Selbstbeobachtung.
00:13:14: Ich gebe dir jetzt nur ein paar Beispiele, die mir helfen, die meinen Klienten helfen.
00:13:20: Du musst für dich gucken, was für dich am besten funktioniert. Was für mich total gut funktioniert
00:13:29: ist, wirklich eine Atemübung, mich auf dem Atem zu konzentrieren, längere Zeit auszuatmen,
00:13:37: als einzuatmen. Wenn ich längere Zeit ausatme, aktiviere ich den Parasympathikus und ich komme
00:13:48: in den Moment automatisch so ein Stück runter. Meditieren. Meditieren hilft vielen Menschen
00:13:54: und auch, lasst die an der Stelle nochmal gesagt sein, es gibt kein richtiges und kein
00:14:00: falsches Meditieren. Oder beziehungsweise es gibt kein falsches Meditieren. Es ist immer
00:14:07: richtig so, wie du meditierst und dort, wo du gerade in deinem Entwicklungsstand und
00:14:12: in deiner Meditationstechnik bist und es gibt Tausende von unterschiedlichen Meditationstechniken.
00:14:18: Es gibt Menschen, denen hilft, eine Massage um für sich runterzukommen und Ängste loszulassen.
00:14:27: Nach draußen hier Tour gehen, Spazieren gehen, das Grün sehen, also alles, was dich aus
00:14:35: deinem jetzigen Situation rausholt. Womit ich sehr, sehr viel arbeite mit Klienten,
00:14:42: ist das Thema Dissoziieren. Das heißt, selbst bei Seite treten. So ein Perspektivwechsel
00:14:51: zu machen und sich selbst von außen zu beobachten. Das heißt, du blickst mal auf dich und auf
00:15:01: die Situation, die dir gerade Angst macht und was da gerade passiert und eine total schöne Technik,
00:15:08: ich denke, die müsste auch aus dem NLP kommen, ist die sogenannte Kinotechnik. Setz dich einfach
00:15:16: gedanklich in die letzte Reihe des Kinosares und schau dir auf der Leinwand deinen Film an.
00:15:23: Schau, was da passiert und noch besser ist es, wenn du so ein bisschen Slapstick in den Film
00:15:32: einbaust, wenn du so ein Schwarzwaldsfilm ist, Scharlie Shepplin und du darüber lachen kannst.
00:15:39: Sowieso, wenn du über dich und auch deine Ängste mal lachen kannst, dann schafft das eine ganz
00:15:48: andere Distanz zu deinem Problem und führt zur Entspannung. Weil wer Angst hat, ist in der
00:15:57: Anspannung und braucht Entspannung, um einfach an der Stelle wieder für sich runterzukommen.
00:16:04: Lass mich noch ein ganz, ganz wichtiges Thema ansprechen. Wenn du Ängste hast, egal ob klein
00:16:14: oder groß, versuch nicht mit diesen Ängsten allein zu bleiben und die irgendwie von links
00:16:20: nach rechts zu schaufeln und dich gegebenenfalls immer weiter in eine Spirale hineinzuschrauben.
00:16:28: Wir alle sind soziale Wesen und du hast mit Sicherheit Freunde oder einem Partner, gute
00:16:35: Freunde, mit denen du deine Ängste teilen kannst, mit denen du über solche Themen sprechen kannst.
00:16:42: Oder such dir einen Psychologen oder einen Coach, wenn es wirklich mit deinen Ängsten so ist, dass sie sich schwer belasten.
00:16:51: Weil gemeinsam an Ängsten zu arbeiten, schafft für dich und für jeden innere Stabilität.
00:17:00: Wer in innerer Stabilität ist, ist wenig darauf angewiesen, dass äußere Umstände stabil bleiben.
00:17:11: Nimm das vielleicht einfach auch als Gedanken aus diesem Podcast mit, schaffe innere Stabilität.
00:17:21: Und damit sind wir auch am Ende der heutigen Episode.
00:17:26: Aber natürlich habe ich dir ja noch etwas ganz anderes versprochen.
00:17:32: Es gibt einen kleinen Test, in dem du erkunden kannst, wie gut deine Toleranzlevel in Sachen Unsicherheit ist.
00:17:44: Ich versuche es nochmal mit diesem schwierigen Wort. Ambiguitätstoleranz.
00:17:49: In den Show Notes findest du einen Link.
00:17:54: Da kannst du ausprobieren, wie hoch deine Unsicherheitstoleranz ist.
00:18:01: Ich bin gespannt, wenn du mir schreibst, wie es bei dir aussieht.
00:18:08: Und du hast diesen Podcast und bist auf dem Weg deiner Persönlichkeitsentwicklung.
00:18:14: Und ich freue mich, wenn du auch den nächsten Schritt mit mir gehen willst.
00:18:19: Und im September beim nächsten findest du deinen Warum Workshop in Hannover dabei bist.
00:18:26: Auch diesen Link findest du in den Show Notes.
00:18:30: Ich wünsch dir eine gute Woche und freue mich, wenn wir uns auch nächste Woche wieder im Rückenwindgeber Podcast hören.
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